...und auf einmal wieder da - Rückblick auf die heutige Sitzung
Das Stuhlproblem wurde von den Studierenden heute morgen souverän gelöst – völlig selbstverständlich marschierte eine/r nach dem/r anderen mitsamt Stuhl auf dem Arm herein. Auf meine Frage, ob jetzt ein anderes Seminar stuhllos (sprichwörtlich) dastehe, bekam ich lediglich die Antwort, die anderen (wer auch immer das ist ;-) haben das mit uns ja auch gemacht. Eine mögliche Erklärung für das von Prof. Kerres beschriebene Rochade- Prinzip (http://www.medida.uni-due.de/node/3164 ;-).
Gewarnt durch den letztwöchigen WLAN-Komplettwegfall hatte ich mich heute auf zwei Seminarverläufe vorbereitet: Zum einen arbeiten mit, zum anderen ohne Notebooks. Sehr seltsam: bis 10 Uhr ist der WLAN Zugriff kein Problem und nun bereits in der dritten Woche ab 10 Uhr bis kurz vor Seminarende ist kein Zugriff möglich. Ich hoffe, wir finden da bald eine Lösung. Da die Einbindung unserer Lernumgebung ansonsten leider rein additiv bleiben wird (muss).
Heutiges Thema war ein kurzer historischer Abriss didaktischer Theoriebildung. Es ist immer schwierig eine ‚richtige Auswahl’ zu treffen; ich habe mich an Peterßen (Lehrbuch Allgemeine Didaktik 2002) gehalten und nach einem ersten Überblick vor allem Comenius sowie die Bildungstheoretische und Lerntheoretische Didaktik vorgestellt.
Interessant war das Ergebnis einer Einstiegsfrage: Es wurden unterschiedliche Zitate an die Tafel gehängt und die Studierenden wurden gebeten, eine Einschätzung abzugeben, in welches Jahrhundert die jeweilige Aussage einzuordnen ist; ich hatte damit die Hoffnung verbunden, dass Aussagen aus weit entfernten Zeiten in die heutige eingeordnet werden (...und andersherum), um damit aufzeigen zu können, dass Aussagen, die Comenius, Herbart u.a. getroffen haben uns durchaus immer noch beschäftigen. Glücklicherweise ist diese Rechnung aufgegangen, z.B. bei der Aussage „Erstes und letztes Ziel unserer Didaktik soll es sein, die Unterrichtspraxis aufzuspüren, bei welcher die Lehrer weniger lehren brauchen, die Schüler dennoch mehr lernen …“: ¾ aller Studierender haben diese Aussage der Kategorie ‚nach 1950’ zugeordnet. Nur knapp daneben, denn sie wurde von Comenius knapp 300 Jahre zuvor aufgestellt ;-) . Auch wenn natürlich völlig andere Wertevorstellung zu der damaligen Zeit vorherrschten, so beschäftigen uns viele Fragen, die er (und auch Ratke) zu Zeiten des 30 Jährigen Krieges bearbeiteten noch heute. Für mich selbst sehr beeindruckend – ich hoffe für die Studierenden auch ;-).
In der Abschlussdiskussion haben wir uns mit zwei Fragestellungen beschäftigt: Kann die Forderung Comenius „allen alles umfassend zu lehren“ heute noch aufrecht erhalten werden und zum anderen wie aktuell die von Klafki innerhalb des Allgemeinbildungskonzeptes postulierten Schlüsselprobleme in Zeiten von Learning on Demand noch sind. Ich gebe zu, ein gewagter Spagat, der bei genauerem Blick aber durchaus Sinn macht. Bei der Plenumsiskussion machte sich sehr die unflexible Möblierung bemerkbar, denn durch die Frontalausrichtung hatten wir die Situation, dass die Beitragenden ‚nach vorne’ sprachen und dadurch untereinander kaum eine Diskussion zu Stande kam. Von daher bieten sich Kleingruppendiskussionen wohl doch eher an.
